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Fit für den Mainstream – MDR Sputnik

[|30 Aug 2010|4 Kommentare]

Es gibt verschiedene Gründe dafür, dass ich recht selten klassisch Radio höre. Zu Hause kommt die Musik zum Großteil aus dem Netz oder von der Festplatte. Das Auto wird selten länger bewegt und wenn, dann läuft Musik von der CD. Muss es dann doch mal Radio sein, dann notgedrungen sehr leise oder Sender die wenigstens nicht nerven, DLF, Figaro oder Info. Das ist traurig aber mit etwas Glück wenigstens noch informativ.

An einem Radiosender der angenehme Musik, abseits der Charts anbietet, fehlt es im Sendegebiet. Auf den Frequenzen findet sich statt dessen Einheitsbrei gepaart mit blödzipfel Morgenshow, schlechte Information oder dem Versuch besonders lustig zu sein. Spartenangebote? Fehlanzeige! Ich erwarte von einem Radiosender ja nicht, dass den ganzen Tag mein persönlicher Geschmack bedient wird. Im Zweifellsfall höre ich mir aber lieber ne Stunde Heavy Metal an, als 60 Minuten Heavy Rotation.
Auch das selbsternannte Jugend- und Experimentalradio MDR Sputnik macht da keine Ausnahme. Im August gab es nun eine “normale Programmoptimierung” mit dem Ziel, einen “größtmöglichen Hörerkreis” zu erreichen. War der Sound auch vor der Programmreform schon ziemlich flach, so schwimmt der Sender nun mitten im breiten Fahrwasser der Mainstreamsender. Formate wie “360Grad”, “English-News” oder “Intro Magazin” wurden sicherheitshalber gleich ganz gestrichen.

Der Hörfunkdirektor Johann Michael Möller begründet das dann so: “Eine gründliche Studie hat gezeigt, dass wir mit unserer Musik bei einem großen Teil nicht ankommen. Das mussten wir dringend ändern. Es wäre schlimmer gewesen, nicht zu handeln.”

[via]
[zum thema im sputnik forum]

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4 Kommentare »

  1. Wieder ein trauriges Zeichen für die karge sächsische Radiolandschaft! Welche Daseinsberechtigung hat denn ein öffentlich-rechtlich finanzierter Jugendsender noch, der seine Musik am Mainstream und dem kleinsten gemeinsamen Nenner ausrichtet, und damit genau nach dem gleichen Prinzip wie die Privaten handelt? Gab es da nicht mal einen Bildungsauftrag und ist nicht auch Vielfalt in der Musik ein bildungs-/kulturpolitischer Auftrag? Vielleicht liegt es auch an meinen Freundes- bzw. Bekanntenkreis, doch ich kenne keine Person, die mit den sächsischen Radioangebot hinsichtlich der Musik zufrieden wäre (okay manchmal wird noch Figaro also positiv erwähnt) … Noch immer weiche ich also auf Radioeins vom RBB aus und das wird wohl auch sicher noch eine Weile so bleiben, denn ich sehe hier in der Radiolandschaft keine Bewegung – schade!

  2. In einer Region, die stark mit der Abwanderung junger Menscher zu kämpfen hat… stellt sich die Frage nach der “Daseinsberechtigung” gleich zweimal ;)
    Der Anteil der “älteren” Bevölkerung wächst. Dies könnte einer der Gründe sein, warum “die Musik bei einem großen Teil” nicht (mehr?) ankommt. Da ist es doch nur schlau vom MDR, sich anzupassen oder?

  3. Wenn ich Radio höre, dann fast nur MDR Info. Als guten Jugendsender empfand ich Radio Fritz. Habe aber schon länger nicht mehr reingehört. Dort gibt (gab?) es viel Spartenmusik, die sich von Lady Gaga und Co abhebt.

  4. also fritz und sputnik nehmen sich nichts..beide schlecht..ich empfehle radio 1 .. das geht auch in magdeburg !

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